Comic-Tagebuch

Kleine Leute

Jahrelang hatte ich es immer und überall dabei – mein kleines rotes Notizbuch. In dem ich alles Interessante, was um mich herum passierte, festhielt: wirre Gesprächsfetzen, surrealistischer Tratsch, seltsame Redewendungen, giftige Liebesbezeugungen, schrille Telefon-Monologe und vertrauliche Beschimpfungen – kurz, die Stilblüten des Alltags. Im ersten Corona-Lockdown wurde es dann (dank Maske, Abstandsregel und Ausgangssperre) still auf den Seiten des Büchleins, und ich fragte mich, was nun mit der Sammlung geschehen könnte. Nach einigem Hin und Her waren die »Kleinen Leute« geboren, die seitdem meine Skizzenbücher bevölkern und mich täglich neu amüsieren. Und von denen ich hoffe, dass sie neues Textfutter erhalten, sobald man sich wieder ohne Zurückhaltung und Furcht in der Öffentlichkeit begegnen kann.